Wissenschaft und Forschung
1978 war rückblickend wohl eines der erfolgreichsten Jahre für die DDR-Wissenschaft. Damit eng verbunden ist der 26. August 1978. An diesem Tag hatte der NVA-Offizier Sigmund Jähn aus dem erzgebirgischen Vogtland das Privileg als erster Deutscher in den Weltraum zu fliegen.
Der Flug, dessen Kosten sich auf 82 Millionen DDR-Mark beliefen, war der DDR-Regierung in doppelter Hinsicht hilfreich. Die Erkundungsreise ins Weltall, die Jähn mit seinem Team zur sowjetischen Raumstation Saljut 6 unternahm, brachte einerseits eine willkommene Belebung für die DDR-Propaganda. Die technischen Experimente mit der Multispektralkamera „MKF 6 Erke“ brachten zudem wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse (beispielsweise zur Erdfernerkundung und für die medizinische Forschung).
Elektrotechnik und Elektronik waren unlängst zu den Lieblingskindern der DDR-Führung geworden. Der „Wettlauf mit der Zeit“ wollte gewonnen werden. Dies implizierte die Entwicklung einer computergestützten Produktion und der damit verbundenen Rationalisierung bzw. Steigerung von Produktionsmengen. Überdies erhoffte sich das DDR-Regime dadurch eine gesteigerte Konkurrenzfähigkeit von DDR-Produkten auf dem Weltmarkt. Es kann somit kaum verwundern, dass die DDR-Elite im elektronischen Wirtschaftssektor einen besonders großen Ehrgeiz entwickelte.

