Aktuelle Studie: Schülerinnen und Schüler wissen wenig über Drittes Reich und DDR

In einer vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie mehreren Bundesländern (darunter auch Baden-Württemberg) geförderten Studie wurde erstmals vergleichend ermittelt, was Jugendliche über den Nationalsozialismus, die DDR, die alte Bundesrepublik und das wiedervereinigte Deutschland wissen und wie sie über historisches Geschehen urteilen. Besonderes Augenmerk galt dabei den Trennlinien zwischen Demokratie und Diktatur.



Knapp 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler kennen nach der Studie des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin kaum die Unterschiede zwischen NS-Diktatur, DDR und Bundesrepublik.

Aber: Nationalsozialismus und DDR schneiden deutlich negativer als das demokratische System der Bundesrepublik ab. Etwa zwei Drittel der befragten Schülerinnen und Schüler haben ein negatives Bild des Nationalsozialismus. Bedenklich ist, dass knapp jeder zehnte ein durchgängig positives Bild vom Nationalsozialismus hat. Ganz ähnlich im Hinblick auf die DDR: Knapp 63% haben ein negatives DDR-Bild, aber gut jeder zehnte Schüler gibt ein durchgängig positives Urteil über die DDR ab.

Umgekehr haben zwei Drittel der befragten Jugendlichen ein positives und nur sehr wenige ein durchgängig negatives Bild von dem Land, in dem sie leben. Eine breite Mehrheit betrachtet zweifelsohne das wiedervereinigte Deutschland als „ihr“ Land.

Neben einer Repräsentativbefragung von knapp 5.000 Schülern wurde eine Längsschnittuntersuchung durchgeführt.

Schroeder, Klaus/Deutz-Schroeder, Monika/Quasten, Rita/Schulze Heuling, Dagmar:
Später Sieg der Diktaturen? Zeitgeschichtliche Kenntnisse und Urteile von Jugendlichen, 2012

Zusammenfassung der Studie

Grafiken und Schaubilder

Zeit-Online: "DDR und Drittes Reich – Schüler ahnungslos"

Zeit-Online: "Gestapo? Voll normal!" Interview mit Klaus Schoeder

Sueddeutsche.de: "Schüler wissen wenig über deutsche Geschichte"